Südafrika war das Land der Fußball WM 2010

WM 2014: Das große Rätseln um den DFB-Kader

Der Countdown läuft, die Uhr tickt, die Fußball WM 2014 steht in den Startlöchern und mit ihr die ganze Welt. Denn diese wird, ob Fußballfan aus Überzeugung, oder nicht, alleine wegen des Riesenspektakels am Zuckerhut zwischen 12. Juni und 13. Juli 2014 auf Brasilien schauen. Insgesamt 64 Spiele in 12 Stadien werden in Brasilien über die Bühne gehen. Starke Nerven und Geduld werden von den deutschen Fans verlangt. Denn für Joachim Löws DFB-Elf heißt es erst am fünften Tag: Ring frei!

Am 16. Juni 2014 um 13 Uhr bittet die portugiesische Selecao in Salvador zum Fußballtanz. Allerdings haben die deutsch-portugiesischen Duelle der vergangenen Jahre (WM 2006, EM 2008, EM 2012) die Deutschen als klare Sieger hervorgehen lassen. Damit sind die Machtverhältnisse beim Auftakt der WM 2014 relativ klar verteilt. Aufgrund dieser Konstellation sprechen auch die Quoten der Wettanbieter eine klare Sprache zugunsten Löws Truppe, die klar in der Führungsposition in der Gruppe G an den Start geht. In der Gruppe finden sich noch die Kandidaten Ghana und die USA.

„Wackelkandidaten“ im DFB-Kader

Doch ein anderer Termin rückt ebenfalls immer näher, nämlich die Bekanntgabe des deutschen Kaders. Dieser ist rund um den 8. Mai 2014 angesetzt und am 2. Juni 2014 muss Joachim Löw der FIFA eine fixe Version seiner 23-Mann starken Auswahl präsentieren. Vor dem Testspiel am 13. Mai 2014 gegen Polen nominiert Löw den erweiterten Kader (25 – 28 Spieler) für die Weltmeisterschaft. Diese Spieler müssen sich allerdings im Training und in den Tests noch beweisen, denn Anfang Juni wird diese Auswahl erneut einer Selektion unterzogen. Man sollte meinen, dass eine Mannschaft wie die deutsche National-Elf selbst auf der Reservebank noch Gustostückerl zur Auswahl hat. Dem scheint zwar so zu sein, allerdings handelt es sich bei Löw zurzeit eher um deftige Personalprobleme aufgrund akuter krankheitsbedingter Ausfälle.

dfb elf

Die DFB-Elf bei der WM 2010 in Südafrika – wie wird der deutsch Kader für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien aussehen?

Sollten diese Spieler sich keine ernsthaften Verletzungen zuziehen, so steht schon einmal fest, dass Kapitän Lahm und Torhüter Nummer Eins, Manuel Neuer, Boateng, Mertesacker, Hummels, Schmelzer, Höwedes, Kroos, Schweinsteiger, Götze, Reus, Özil, Khedira, Podolski, Müller, Gomez und Klose für den WM-Kader gesetzt sind. Doch bei einigen davon steht hinter der Teilnahme noch ein Fragezeichen. Klose (Muskelfaserriss im linken Oberschenkel) und Gomez (Rückenprobleme) sind nicht fit und werden von immer wiederkehrenden Leiden geplagt. Diese Verletzungen bringen ein weiteres Problem mit sich, nämlich mangelnde Spielpraxis. Gomez hat in der WM-Phase ganze fünf Monate ausgesetzt. Klose wird vor der Bekanntgabe des Kaders kein Spiel mehr bestreiten können. Khedira laboriert an einer Knieverletzung, die er sich im Testspiel gegen Italien im November 2013 zugezogen hat. Nationalspieler Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund muss wegen anhaltender Rückenprobleme wohl endgültig auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien verzichten.

Alternativ-Kandidaten

Doch Joachim Löw wäre kein vorausschauender Trainer, wenn er nicht noch etliche Asse im Ärmel hätte. Einige Kandidaten wollen sich auf jeden Fall noch im Training beweisen und ihr Glück für eine Teilnahme an der WM 2014 versuchen.

Für die Position im Tor kommen noch Roman Weidenfeller und Marc-André ter Stegen in Frage. Für die Abwehr wollen sich Dennis Aogo, Andreas Beck, Marcell Jansen, Heiko Westermann und Philipp Wollscheid empfehlen. Im Mittelfeld könnte Löw unter anderem noch auf Lars Bender und Sven Bender, Julian Draxler, Kevin Großkreutz, Aaron Hunt, Simon Rolfes, Sidney Sam und André Schürrle zurückgreifen. Als Stürmer bieten sich zudem Max Kruse oder Pierre-Michel Lasogga an, wobei letzterer immer wieder mit Muskelproblemen zu kämpfen hat.

Wetten auf den deutschen WM-Kader bereits gesichtet

Das Kaderkarussell dreht sich also unaufhörlich und Löw wird in seine Überlegungen sowohl Aspekte der Spielpraxis und Erfahrung, als auch der körperlichen Unversehrtheit mit einbeziehen müssen. Auch die Wettanbieter sind auf den Spekulationszug rund um den DFB-Kader aufgesprungen und haben diverse Wettoptionen ins Repertoire zur WM 2014 aufgenommen. Wie das Fachportal wm-2014-wetten.com in einem aktuellen Beitrag berichtet, wird zum einen zwischen „Fixstartern“ und „Wackelkandidaten“ unterschieden, zum anderen kann man seinen Tipp für einzelne Spieler abgeben.

WM Wetten DFB Kader

WM Wetten auf den deutschen Kader bei der WM 2014 – nach Ansicht der Wettanbieter dürfte beispielsweise Roman Weidenfellner fix dabei sein, für Aaron Hunt sieht es vergleichsweise düster für Brasilien aus… Bildquelle: wm-2014-wetten.com


Akteure wie beispielsweise Lahm, Müller und Neuer gehören zu den Fixplatzierten, deren unvorhergesehener Ausfall das rund siebenfache des Wetteinsatzes einbringen würde. Andere Kandidaten, die noch in Erwartungshaltung sind, wie Julian Draxler, Sidney Sam oder Pierre-Michel Lasogga sind den Buchmachern sogar den doppelten Wetteinsatz wert. Unabhängig von der Entscheidung des deutschen Nationaltrainers, kann man also bereits vorab auf seine Wunschkandidaten bzw. Favoriten für den DFB-Kader tippen. So oder so, es wird spannend.

Nach verpatzter WM 2010 – kann Italien in Brasilien zurückschlagen?

Die italienische Fußball-Nationalmannschaft zählt zu den festen Größen im Weltfußball. Bei großen Turnieren muss man die Squadra Azzurra stets auf der Rechnung haben, das gilt natürlich auch für die kommende Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Die Wettanbieter zählen die Italiener zum erweiterten Favoritenkreis, bei den WM-Quoten für den Titelgewinn liegen sie momentan auf dem sechsten Platz. Die Mannschaft zeigte in den letzten Jahren sehr wechselhafte Leistungen, nach dem glorreichen WM-Triumph von 2006 ging es zunächst bergab. Sowohl bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz als auch bei WM 2010 in Südafrika blieben sie weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Tiefpunkt wurde mit dem letzten Gruppenplatz bei der WM 2010 markiert

Den absoluten Tiefpunkt markierte das Vorrundenaus in Südafrika als Gruppenletzter. Danach übernahm Cesare Prandelli die Nationalelf und führte sie bis ins Finale der Europameisterschaft 2012. Dort musste sich die Squadra Azzurra den Spaniern geschlagen geben. Schaut man sich die Länderspielergebnisse der Ära Prandelli an, dann fällt auf, dass die Italiener seit der EM 2012 keinen großen Gegner mehr schlagen konnten. In den folgenden Vergleichen gegen England, Frankreich, die Niederlande, Brasilien, Spanien, Argentinien und Deutschland, reichte es bestenfalls zu Unentschieden. Insbesondere das Abschneiden beim Confed Cup 2013 gibt Aufschluss über das aktuelle Leistungsvermögen der Mannschaft. Im Lande des WM-Gastgebers musste Italien in der Gruppenphase ein 2:4 gegen Brasilien quittieren und nach einer 6:7-Halbfinalniederlage im Elfmeterschießen gegen Spanien die Heimreise antreten.

Balotelli Italien

Die italienischen Hoffnungen liegen bei Balotelli – wie hier bei der EM 2012 – Quelle: wikimedia

Viele Fußballexperten monieren mittlerweile die Überalterung der Mannschaft, bereits seit dem WM-Aus 2010 fordern die Kritiker eine radikale Verjüngung der Squadra Azzurra. Das gute Abschneiden bei dem EM 2012 hat diese Diskussion vorübergehend verstummen lassen, doch jetzt, kurz vor der WM, flammt sie wieder auf. Tatsächlich stehen einige Leistungsträger wie Gianluigi Buffon (35), Daniele de Rossi (30), Andrea Pirlo (34) und Giorgio Chiellini (29) bereits im Herbst ihrer Karriere. Ob sie noch auf dem absoluten Top-Niveau ihrer besten Zeiten spielen können, darf bezweifelt werden. Auf der anderen Seite kann Prandelli aber auch auf einige Nachwuchstalente wie Lorenzo Insigne, Allessandro Florenzi und Stephan El Shaarawy zurückgreifen, deshalb wäre es überzogen die Squadra Azzurra als Truppe von Altstars zu bezeichnen. Und dann gibt es ja auch noch das „Enfant terrible“ Marco Balotelli, der mit seiner Mischung aus Genie und Wahnsinn ganze Spiele im Alleingang entscheiden kann.

Uruguay und England – starke Gegner für Italien in der Vorrunde!

Keine Frage, mit Italienern ist in Brasilien wieder zu rechnen, auch wenn sie sich in der Todesgruppe D gegen England, Uruguay und Costa Rica durchsetzen müssen. Dieses Mal wird keine Zeit bleiben, um langsam ins Turnier zu finden, gleich im ersten Gruppenspiel gegen England am 14. Juni in Manaus muss die Mannschaft Vollgas geben.

Gegen die Three Lions ging das letzte Länderspiel mit 1:2 verloren, trotzdem sind die Italiener in dieser Partie der Favorit der Wettanbieter. Das zweite Gruppenspiel am 20. Juni in Recife gegen Costa Rica ist eine absolute Pflichtaufgabe, bevor es zum Abschluss gegen Uruguay am 24. Juni in Natal wieder richtig ernst wird. Die „Urus“ zählen zu jenen südamerikanischen Mannschaften die von den klimatischen Bedingungen in Brasilien begünstigt werden. Den letzten Direktvergleich mit Uruguay konnte Italien beim Confed-Cup 2013 für sich entscheiden.

Sollten Balotelli und Co den Gruppensieg einfahren, würden sie im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe C treffen, wo Kolumbien, die Elfenbeinküste, Griechenland und Japan um den Aufstieg kämpfen. Das klingt nach einer machbaren Aufgabe, im Viertelfinale droht dann aber ein Duell mit Spanien Brasilien oder den Niederlanden und frühestens im Halbfinale könnte es zum Klassiker gegen Deutschland kommen.