Südafrika war das Land der Fußball WM 2010

Der Rasenmacher und die FIFA

Juni 10, 2010
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Auf dem Gesicht von Julian Visser erscheint ein strahlendes Lächeln, wenn er auf das Thema Fußball angesprochen wird. Das ist nicht verwunderlich, ist der südafrikanische Landwirt doch für die Herstellung des heiligen Rasens zuständig, auf dem die großen Fußballer der Welt während der WM ihre Spiele austragen.

Das Geschäft mit dem Rasen ist ein gutes Geschäft, daran besteht kein Zweifel. Aber es ist auch ein anspruchsvolles Unterfangen, denn die FIFA reglementiert durch genaue Vorgaben, wie der Rasen auszusehen hat und wie er beschaffen sein muss. Das für Visser derzeit Wichtigste seines Lebens lässt sich am Besten in Zahlen und einer Farbe ausdrücken: 2,8 Zentimeter hoch und 12.500 Quadratmeter groß. Der Landwirt ist für den Rasen des Greenpoint Stadions in Kapstadt zuständig und bezeichnet die WM als das größte Geschäft seines Lebens. Und als größte Herausforderung, denn die Aufzucht eines guten Rasen vergleicht er mit der Erziehung eines Kindes. Man benötige „Geduld und viel Hingabe“. Die FIFA zeigte sich von Beginn an skeptisch und zweifelte daran, ob die Südafrikaner einen einwandfreien Rasen würden produzieren können. Doch Visser sieht die Angelegenheit gelassen. Er hat viel Erfahrung und auch schon den Rasen für Rugby-Spieler oder Golfplätze angebaut. Auch für die Bewässerung ist er zuständig und berichtet kopfschüttelnd von der Vorgabe der FIFA, dass seit dem Beginn des Rasenanbaus einmal im Monat ein Agrarwissenschaftler eine Probe des Rasens entnehmen muss, um die Nährstoffe zu untersuchen. Dennoch ist Visser sicher, dass sein Rasen nicht nur den kritischen Blicken der FIFA, sondern auch den Spielern und den Fans genügen wird. Für ihn ist die WM schon jetzt ein voller Erfolg.