Südafrika war das Land der Fußball WM 2010

Der Wahlkampf und die Krise

Februar 3, 2009
Abgelegt unter Nachrichten, Politik, Wirtschaft

Auch in Südafrika herrscht eine Finanz- und Wirtschaftskrise. Nach dem langen Wirtschaftsaufschwung ist das ein herber Rückschlag für die Regierung und die Bevölkerung. Dennoch sind die geplanten Veränderungen und Maßnahmen abhängig vom Wahlkampf im April.

Die Parteien müssen sich beginnen klar zur Wirtschaft zu positionieren. Sie haben ein Modell vorzustellen und Maßnahmen zur Verbesserung der Lage. Doch auch nicht politische Verbände, wie Gewerkschaften und Medien nutzen den Wahlkampf um gewisse Forderungen zu stellen. Die momentane Situation wird von einer hohen Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit begleitet. Gerade der Berg- und Minenbau muss unter den Auswirkungen der Krise leiden. Viele Beschäftigte werden weiter entlassen.

Die Regierung geht davon aus, dass die Krise noch nicht den Höhepunkt erreicht hat. Es werden noch weitere Stellen gestrichen werden. Die Ursache dafür ist jedoch nicht nur die Finanzkrise, sondern auch der eingeschränkte Zugang zu Krediten und der Rückgang der Nachfrage. Die Produktionskosten sind gestiegen, wobei der letztendliche Preis weiter nach unten fällt. Der Abwärtstrend in der Wirtschaft ist kaum noch aufzuhalten.

Am schlimmsten ist die Krise auch in der Automobilindustrie. Die Nachfrage ist im letzten Jahr um 35 Prozent gesunken. Viele Niederlassungen mussten Arbeiter kündigen oder gänzlich schließen. Der momentane Präsident Motlanthe zeigt sich sehr besorgt, doch er ändert an der momentanen Besetzung des Finanzministeriums nichts. Konjunkturprogramme oder Staatsinterventionen lehnt er gänzlich ab. Er rechnet dennoch mit einer Besserung mahnt jedoch die Bevölkerung, dass das Wirtschaftswachstum langsam gehen wird.

Die globale Finanzkrise scheint keine zu große Rolle im Wahlkampf 2009 zu spielen. Die Regierungspartei ANC hat bereits ihre Vorstellungen und das Wahlprogramm vorgelegt. Dabei sollen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, mehr Geld für Bildung soll investiert werden, Gesundheit und die ländliche Entwicklung soll vorangetrieben werden. Außerdem steht der Kampf gegen die Kriminalität im Vordergrund. Kurzfristige Konjunkturpakete oder Investitionen sind jedoch nicht geplant. Gemeinsam mit den Arbeitgebern sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden und hohen Zahlen müssen gesenkt werden.