Südafrika war das Land der Fußball WM 2010

Nach verpatzter WM 2010 – kann Italien in Brasilien zurückschlagen?

April 10, 2014
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Die italienische Fußball-Nationalmannschaft zählt zu den festen Größen im Weltfußball. Bei großen Turnieren muss man die Squadra Azzurra stets auf der Rechnung haben, das gilt natürlich auch für die kommende Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Die Wettanbieter zählen die Italiener zum erweiterten Favoritenkreis, bei den WM-Quoten für den Titelgewinn liegen sie momentan auf dem sechsten Platz. Die Mannschaft zeigte in den letzten Jahren sehr wechselhafte Leistungen, nach dem glorreichen WM-Triumph von 2006 ging es zunächst bergab. Sowohl bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz als auch bei WM 2010 in Südafrika blieben sie weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Tiefpunkt wurde mit dem letzten Gruppenplatz bei der WM 2010 markiert

Den absoluten Tiefpunkt markierte das Vorrundenaus in Südafrika als Gruppenletzter. Danach übernahm Cesare Prandelli die Nationalelf und führte sie bis ins Finale der Europameisterschaft 2012. Dort musste sich die Squadra Azzurra den Spaniern geschlagen geben. Schaut man sich die Länderspielergebnisse der Ära Prandelli an, dann fällt auf, dass die Italiener seit der EM 2012 keinen großen Gegner mehr schlagen konnten. In den folgenden Vergleichen gegen England, Frankreich, die Niederlande, Brasilien, Spanien, Argentinien und Deutschland, reichte es bestenfalls zu Unentschieden. Insbesondere das Abschneiden beim Confed Cup 2013 gibt Aufschluss über das aktuelle Leistungsvermögen der Mannschaft. Im Lande des WM-Gastgebers musste Italien in der Gruppenphase ein 2:4 gegen Brasilien quittieren und nach einer 6:7-Halbfinalniederlage im Elfmeterschießen gegen Spanien die Heimreise antreten.

Balotelli Italien

Die italienischen Hoffnungen liegen bei Balotelli – wie hier bei der EM 2012 – Quelle: wikimedia

Viele Fußballexperten monieren mittlerweile die Überalterung der Mannschaft, bereits seit dem WM-Aus 2010 fordern die Kritiker eine radikale Verjüngung der Squadra Azzurra. Das gute Abschneiden bei dem EM 2012 hat diese Diskussion vorübergehend verstummen lassen, doch jetzt, kurz vor der WM, flammt sie wieder auf. Tatsächlich stehen einige Leistungsträger wie Gianluigi Buffon (35), Daniele de Rossi (30), Andrea Pirlo (34) und Giorgio Chiellini (29) bereits im Herbst ihrer Karriere. Ob sie noch auf dem absoluten Top-Niveau ihrer besten Zeiten spielen können, darf bezweifelt werden. Auf der anderen Seite kann Prandelli aber auch auf einige Nachwuchstalente wie Lorenzo Insigne, Allessandro Florenzi und Stephan El Shaarawy zurückgreifen, deshalb wäre es überzogen die Squadra Azzurra als Truppe von Altstars zu bezeichnen. Und dann gibt es ja auch noch das „Enfant terrible“ Marco Balotelli, der mit seiner Mischung aus Genie und Wahnsinn ganze Spiele im Alleingang entscheiden kann.

Uruguay und England – starke Gegner für Italien in der Vorrunde!

Keine Frage, mit Italienern ist in Brasilien wieder zu rechnen, auch wenn sie sich in der Todesgruppe D gegen England, Uruguay und Costa Rica durchsetzen müssen. Dieses Mal wird keine Zeit bleiben, um langsam ins Turnier zu finden, gleich im ersten Gruppenspiel gegen England am 14. Juni in Manaus muss die Mannschaft Vollgas geben.

Gegen die Three Lions ging das letzte Länderspiel mit 1:2 verloren, trotzdem sind die Italiener in dieser Partie der Favorit der Wettanbieter. Das zweite Gruppenspiel am 20. Juni in Recife gegen Costa Rica ist eine absolute Pflichtaufgabe, bevor es zum Abschluss gegen Uruguay am 24. Juni in Natal wieder richtig ernst wird. Die „Urus“ zählen zu jenen südamerikanischen Mannschaften die von den klimatischen Bedingungen in Brasilien begünstigt werden. Den letzten Direktvergleich mit Uruguay konnte Italien beim Confed-Cup 2013 für sich entscheiden.

Sollten Balotelli und Co den Gruppensieg einfahren, würden sie im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe C treffen, wo Kolumbien, die Elfenbeinküste, Griechenland und Japan um den Aufstieg kämpfen. Das klingt nach einer machbaren Aufgabe, im Viertelfinale droht dann aber ein Duell mit Spanien Brasilien oder den Niederlanden und frühestens im Halbfinale könnte es zum Klassiker gegen Deutschland kommen.