Südafrika war das Land der Fußball WM 2010

Wenn Bräuche über Tierschutz gehen

April 15, 2009
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Das Leopardenfell ist in Südafrika ein sehr begehrtes modisches Accessoires. Selbst der mutmaßlich nächste Staatspräsident Jacob Zuma trägt dieses Fell gern, denn alle die in Südafrika etwas auf sich halten drücken somit ihren Wohlstand aus.

Die enorme Nachfrage lässt jedoch den Leopardenbestand in Südafrika immer weiter schrumpfen. Tierschützer schlagen bereits Alarm, um die bedrohte Tierart zu retten. Die letzte Zählung des Bestandes an Leoparden ergab, dass er nur noch weniger als 500 der nachtaktiven Großkatzen noch gibt. Das traditionelle Tragen des Leopardenfells ist eine der Hauptursachen, warum sich der Bestand in der letzten Zeit so drastisch gesenkt hatte. Doch der Handel hört nicht auf zu blühen und es gibt immer noch eine ungehaltene Nachfrage. Im vergangenen Jahr bei einem Fellhändler 64 Leopardenfelle sichergestellt. Nur vier Jahre zuvor beschlagnahmte man bei ihm 58 Felle. Auch in Johannesburg wird der Handel mit den Fellen stark betrieben. Tierschützer kritisieren dies seit Jahren, denn nicht nur die traditionelle Mode, sondern auch die traditionelle Medizin bedrohen die Tierart.

Gerade jetzt in der Wahlzeit kann man die Politiker und die ranghohen Personen mit den Fellen betrachten. Bei feierlichen Anlässen und auch beim Besuch auf den Gemeinden werden die Felle angezogen. Diskussionen bezüglich der Mode und des Tierschutzes wird jedoch strickt abgelehnt. Selbst einige Sekten und Kirchen zeigen sich in den Fellen. Sämtliche Beschuldigungen von den Tierschützern werden abgelehnt, da sich weder der Staat noch die Kirche vor den Bräuchen rechtfertigen will.